Meine Leidenschaft:
Holstein-Zucht

(c) Foto: Carolin Albers
Auf diesem Hof in Oberbayern bin ich aufgewachsen. Hier wurde meine Leidenschaft für Milchkühe, Zucht und Landwirtschaft geprägt. Viele meiner heutigen Überzeugungen entstanden nicht im Seminarraum oder am Computer, sondern im Stall, auf dem Feld und bei den Gesprächen am Küchentisch.
Die Geschichte hinter DairyTalk
Aufgewachsen auf einem bayerischen Milchviehbetrieb mit rund 50 Holstein-Kühen und eigener Nachzucht, wurde ich schon früh von der Leidenschaft für Milchkühe und Rinderzucht geprägt. Holstein-Zucht war bei uns kein Hobby – sie war Teil des täglichen Lebens. Melken vor der Schule, Kälber versorgen, Geburten begleiten und über Anpaarungen diskutieren gehörten genauso dazu wie die Begeisterung für gute Kühe und erfolgreiche Kuhfamilien. Schon früh hat mich fasziniert, warum sich manche Tiere außergewöhnlich entwickeln und andere nicht. Warum einige Kuhfamilien über Generationen hinweg Leistung, Gesundheit und Exterieur vereinen – und andere nicht. Diese Fragen beschäftigen mich bis heute.

Ein Einschnitt, der vieles verändert hat
Mit 15 Jahren veränderte ein schwerer Unfall meines Vaters das Leben unserer Familie grundlegend. Aus dem aktiven Milchviehbetrieb wurde Schritt für Schritt ein Kampf ums Durchhalten. Als ich Abitur machte, mussten wir die Kühe schließlich aufgeben. Die Leidenschaft für die Holstein-Zucht blieb jedoch bestehen. Während meines Studiums in Passau, Freiburg, den USA und Israel sowie später in beruflichen Stationen in Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung habe ich den Kontakt zur Rinderzucht nie verloren. Vor mehr als 35 Jahren veröffentlichte ich meinen ersten Fachartikel zur Holstein-Zucht. Damals erhielt ich dafür 400 D-Mark Honorar – und war stolz wie Oskar.
Warum mich Holstein-Zucht bis heute fasziniert
Mich faszinieren nicht die Tiere mit den höchsten Einzelzuchtwerten. Mich faszinieren Kühe, die über viele Jahre gesund bleiben, problemlos funktionieren und gleichzeitig genetischen Fortschritt ermöglichen. Mich faszinieren erfolgreiche Kuhfamilien, langfristige Zuchtstrategien und die Frage, wie sich Herden über Generationen entwickeln. Denn nachhaltiger Zuchterfolg entsteht nicht durch Zufall. Er entsteht durch konsequente Entscheidungen.
Von der Kuh zur Herde
Viele Züchter kennen ihre besten Kühe sehr genau. Doch die wirklich spannenden Fragen beginnen auf Herdenebene:
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Wo liegen die größten genetischen Potenziale?
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Welche Merkmale bremsen den Fortschritt?
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Welche Bullenstrategie passt zum Betrieb?
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Welche Entscheidungen bringen den größten wirtschaftlichen Nutzen?
Genau dort setzt heute die Zuchtplanung 360°, die Herdenanalyse 360°, der Flexi-Herdenindex° und Flexi-Mate° an.
Warum DairyTalk entstanden ist
DairyTalk entstand aus dem Wunsch, komplexe Zusammenhänge rund um Zucht, Genetik und Herdenentwicklung verständlich und praxisnah einzuordnen. Nicht als weitere Informationsquelle.
Sondern als Orientierungshilfe für Milchviehhalter, Züchter und Entscheider. Mit Fachartikeln, Podcasts, Vorträgen, der Zuchtplanung 360°, der Herdenanalyse 360°, dem Flexi-Herdenindex° und dem Flexi-Mate° verbinde ich praktische Zuchterfahrung, genetisches Fachwissen und moderne KI-Methoden.
Die Chancen der Künstlichen Intelligenz
Künstliche Intelligenz wird die Rinderzucht und das Herdenmanagement in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Nicht weil KI bessere Kühe züchtet. Sondern weil sie Zusammenhänge sichtbar machen kann, die in großen Datenmengen oft verborgen bleiben. Mein Ziel ist es, diese Möglichkeiten für Milchviehbetriebe nutzbar zu machen – verständlich, praxisnah und mit klarem Fokus auf bessere Entscheidungen.
Mein Leitgedanke
Daten allein züchten keine besseren Kühe. Entscheidungen tun es. Oder anders gesagt: Nicht die Frage: „Welcher Bulle ist aktuell der beste?“ Sondern: „Welche Entscheidung bringt genau diese Herde am weitesten voran?“

Unsere Kühe 1987, bevor wir unsere Milchviehhaltung aufgeben mussten.

Meine Lieblingskuh Marlene, eine Norman Tochter, aus dem Uelzener Zuchtprogramm, die es mit Bild bis in den Uelzener Besamungskatalog geschafft hatte.
Zurück in die Zucht
2025 war für mich ein Wendepunkt: Ich bin zur aktiven Holstein-Zucht zurückgekehrt – als Partner eines engagierten Milchviehhalters in Norddeutschland. Gemeinsam haben wir auf der Masterrind Exclusive Auktion in Verden die beiden Zuchtkälber Danny und Atlantica erworben. Beide stammen aus bewährten internationalen Kuhfamilien und bringen beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche züchterische Weiterentwicklung mit. Kurz darauf folgte der nächste Schritt: der Erwerb hochwertiger Zucht-Embryonen mit exzellenten genomischen Zuchtwerten. Unser Ziel ist klar: Wir wollen langlebige, leistungsbereite und funktionelle Kühe züchten – Tiere, die sowohl im Stall als auch genetisch überzeugen. Dabei schauen wir nicht nur auf Zuchtwerte und Rankings. Ebenso wichtig sind für uns Fundament, Euterqualität, Charakter und das gewisse Etwas, das aus einem guten Kalb ein echtes Zuchttier macht.

Danny (Farnear Delta Lambda x Stantons High Octane x Scientific Destry)

Teilnahme von Danny beim Jungzüchter-Triathlon in Verden - 3. Platz - und 1a Auszeichnung beim Tarmstedter Typ-Cup!

Atlantica (Callum x Peak Rover x Rosylane-LCC Murphy)

