Shamonda und der Frühling danach

Was zum neuen Orthobunyavirus bei Rindern belegt ist, was aus dem Schmallenberg-Geschehen übertragbar erscheint und was der Betrieb bis zur Abkalbesaison 2027 tun kann
HELMUT DEMMELHUBER | UNTERNEHMENSBERATER UND HOLSTEINZÜCHTER
Seit Juni 2026 läuft in Mitteleuropa ein Infektionsgeschehen bei Rindern, das Untersuchungsämter, Zuchtverbände und Beratung gleichzeitig überholt hat. Dieser Beitrag ordnet ein, was zum Shamonda-Virus belegt ist, was aus dem Schmallenberg-Geschehen von 2011 als Größenordnung taugt und wo die Datenlage offen bleibt. Er folgt der Reihenfolge, in der die Fragen im Betrieb auftauchen: akutes Bild, Melde- und Rechtslage, Trächtigkeiten, verbleibender Handlungsspielraum. Grundlage sind die Veröffentlichungen des Friedrich-Loeffler-Instituts, der Landesbehörden sowie der Schweizer und französischen Institute mit Stand 14. September 2026 und die zitierte Literatur zum Schmallenberg-Virus. Jede übernommene Zahl trägt Bezugsperiode und Bezugspopulation mit.

Ein Erreger, zwei Einschleppungen
Das Shamonda-Virus ist ein Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe und wird durch Gnitzen übertragen, also durch blutsaugende Kleinmücken der Gattung Culicoides. Zur selben Serogruppe gehören das Schmallenberg-Virus und das Akabane-Virus. Für den Menschen besteht nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts kein relevantes Infektionsrisiko.1 Neu ist der Erreger nicht: Erstmals nachgewiesen wurde er Mitte der 1960er Jahre in Nigeria, danach bis 2026 vereinzelt im westlichen, östlichen und südlichen Afrika sowie in Asien.2 In Japan wurden 2002 sechs Isolate aus Culicoides-Gnitzen und aus Blutproben von Sentinelrindern in den Präfekturen Kagoshima und Miyazaki gewonnen; der Befund galt schon damals als Hinweis auf eine weitere Verbreitung als angenommen.3
Neu ist das Auftreten in Mitteleuropa. Im Juni 2026 wurden in Milchviehbeständen in Ostfrankreich akutes Fieber, Durchfall, Apathie und ein deutlicher Milchleistungsrückgang beobachtet. Eine ungerichtete Nanopore-Metagenomik aus gepooltem Plasma erkrankter Kühe lieferte vollständige Genome eines Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe; die Segmente L und M gruppierten sich mit dem nigerianischen Shamonda-Virus, das S-Segment zeigte ein abweichendes Muster.4 Anfang August 2026 stellte das Friedrich-Loeffler-Institut denselben Erregertyp bei Rindern in Süddeutschland fest. Die Proben kamen über das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg; die Pan-Simbu-PCR ergab deutlich positive Signale mit Ct-Werten um 20, also hohe Viruslasten.5 Das süddeutsche Isolat trägt die Bezeichnung Shamonda-Virus/DE/2026.6
Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich nicht um ein Geschehen, sondern um zwei. Am 1. September 2026 bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut eine zweite, ebenfalls mit dem Shamonda-Virus verwandte Variante. Die positiven Rinderproben stammten aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Thüringen. Zur Unterscheidung heißen die Varianten seither Shamonda-Virus Europe 1 (SHAV-EU1) für die zuerst in der Schweiz, Frankreich und Süddeutschland nachgewiesene und Shamonda-Virus Europe 2 (SHAV-EU2) für die zweite. Erste Untersuchungen zeigen, dass sich alle drei Genomsegmente der beiden Varianten unterscheiden. Ob eine Infektion mit der einen Variante vor der anderen schützt, ist nicht geklärt. Damit zirkulieren in Deutschland gegenwärtig drei Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe — das Schmallenberg-Virus und die beiden Shamonda-Varianten —, und ein Austausch von Genomsegmenten zwischen ihnen gilt als nicht unwahrscheinlich.7
Genetisch liegt SHAV-EU1 nahe am Referenzisolat des Shamonda-Virus: 93 Prozent Nukleotididentität in den Segmenten L und M, 97 Prozent im S-Segment. Aus derselben Untersuchung stammt die einzige belastbare Größenangabe zum Ausmaß: Bis Ende Juli 2026 waren weit über 100 betroffene Betriebe in Baden-Württemberg beim Rindergesundheitsdienst gemeldet — eine Meldung an einen Gesundheitsdienst, keine amtliche Fallzahl.8 Die Ausbreitung verlief schnell. In der Schweiz erfolgte der erste Nachweis am 31. Juli 2026; bis zum 20. August waren 22 Kantone sowie Liechtenstein betroffen.9 In Bayern liegen Nachweise inzwischen aus allen Regierungsbezirken vor.10
Das akute Bild ist nicht zu übersehen
Das klinische Bild beim adulten Rind ist gleichförmig beschrieben: deutlicher Milchleistungsrückgang, Fieber, matte und apathische Tiere, deutlich reduzierte Futteraufnahme, teilweise Durchfall, in einem Teil der Bestände auch milde respiratorische Symptome. Nach wenigen Tagen kommt es bei den erkrankten Tieren in der Regel zu einer deutlichen Erholung.11 Der Tiergesundheitsdienst Bayern nennt für den Milchrückgang eine Größenordnung von mehr als fünf Kilogramm je Tier.12 Aus der Schweiz werden Fieber über 40 Grad Celsius über ein bis zwei Tage und ein Krankheitsverlauf von 14 bis 21 Tagen berichtet.13 Auf Herdenebene erreichte die Morbidität in der Erhebung des Friedrich-Loeffler-Instituts bis zu 100 Prozent, bei bislang keinen Todesfällen.14
Aus einem betroffenen Bestand: Die Betriebsleiterin eines bayerischen Milchviehbetriebs berichtet, das Geschehen habe innerhalb von zwei Wochen die gesamte Herde erfasst. Der Einbruch in der Milchleistung sei zum größten Teil fulminant gewesen und für sie eindeutig von Hitzestress zu unterscheiden. Von unterschiedlicher Intensität der Ausprägung in anderen Beständen habe sie gehört; im eigenen Bestand sei das Bild nicht zu übersehen gewesen. Der Bericht ist keine erhobene Fallzahl, sondern die Schilderung einer Betriebsleiterin. Er deckt sich in Verlauf und Geschwindigkeit mit den veröffentlichten Beobachtungen.
„Das war nicht verwechselbar mit Hitzestress." — Betriebsleiterin eines betroffenen bayerischen Milchviehbetriebs, September 2026
Empfänglich sind nach bisherigem Kenntnisstand Rind, Schaf, Ziege, Alpaka und Pferd; bei Pferden wurden in Europa nach Infektion mit SHAV-EU1 zentralnervöse Störungen beobachtet.15 Für SHAV-EU2 stammen bislang alle positiven Proben von Rindern, das Wirtsspektrum ist noch nicht bestimmt.16 Die Virämie ist kurz. Für den Erregernachweis mittels PCR eignen sich Serum- oder EDTA-Blutproben, die während dieser kurzen Phase entnommen werden müssen. Entscheidend ist deshalb, akut klinisch kranke Tiere zu beproben — Tiere mit Fieber, Durchfall und Milchrückgang, nicht Tiere in der Erholungsphase.17
Die Information kam nach dem Geschehen
Das neuartige Shamonda-Virus ist keine gelistete Tierseuche. Es ist weder melde- noch bekämpfungspflichtig. Daraus folgt unmittelbar, dass es derzeit keine Möglichkeit einer Leistungsgewährung durch die Tierseuchenkasse gibt; für Bayern ist das ausdrücklich festgehalten.18 Aus derselben Rechtslage folgt aber auch etwas, das in der Diskussion meist untergeht: Ohne Meldepflicht entsteht kein Pflichtdatenstrom. Es gibt keine amtliche Fallzahl, weil es keine geben kann. Was vorliegt, sind Einsendungen an die Landeslabore und Meldungen an Gesundheitsdienste. In Bayern wurde dafür ein passives Monitoring am Landesamt etabliert.19
Passives Monitoring heißt: Das System sieht, was eingeschickt wird. Bei einem vektorübertragenen Erreger, der eine naive Population in Wochen durchläuft, ist der Rückstand zwischen Geschehen und Information damit systemisch angelegt. Das ist kein Versäumnis einzelner Stellen. Es ist die Konsequenz aus Vektorübertragung, fehlender Meldepflicht und einem Erreger, den vorher niemand auf dem Zettel hatte. Praktisch führt es dazu, dass ein Betrieb die Verbandsinformation über Fälle in einem Nachbarland zu einem Zeitpunkt erhält, zu dem das Geschehen im eigenen Bestand bereits läuft. Genau so ist es im Sommer 2026 vielerorts gewesen.
Was trotzdem gilt: Auch ohne Melde- und Bekämpfungspflicht bestehen für Tierhalter allgemeine Pflichten aus dem europäischen Tiergesundheitsrecht. Dazu gehören dem jeweiligen Risiko entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen, unter anderem die Isolation erkrankter Tiere. Tiere, die entsprechende klinische Symptome aufweisen, dürfen nicht verbracht werden.20 Wer in der akuten Phase Tiere verkauft oder auf eine Auktion bringt, bewegt sich damit nicht in einem rechtsfreien Raum, sondern gegen eine ausdrückliche Vorgabe.
Der offene Punkt sind die Trächtigkeiten
Für das akute Geschehen beim adulten Tier ist die Lage beschrieben. Für die Trächtigkeiten ist sie es nicht. Das Friedrich-Loeffler-Institut formuliert zurückhaltend: Für das neu eingeschleppte Virus lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang Infektionen tragender Tiere zu Schädigungen der Feten führen können; Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten deshalb besonders aufmerksam untersucht werden.21 Das bayerische Landesamt geht einen Schritt weiter: Ob Infektionen während der Trächtigkeit zum Arthrogrypose-Hydranencephalie-Syndrom führen, sei aktuell noch unklar, aufgrund der engen Verwandtschaft zum Schmallenberg-Virus aber sehr wahrscheinlich.22
Für die vulnerable Phase der Trächtigkeit nennt das Friedrich-Loeffler-Institut beim Schaf ungefähr die vierte bis achte Trächtigkeitswoche und beim Rind ungefähr den 75. bis 175. Trächtigkeitstag. Diese Angaben sind ausdrücklich in Analogie zum Schmallenberg-Virus formuliert und für das Shamonda-Virus noch nicht abschließend experimentell bestimmt.23 Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der entscheidende Vorbehalt: Hier wird mit einem übertragenen Zeitfenster gearbeitet, nicht mit einem für diesen Erreger gemessenen.
[ Abbildung einfügen: Zeitschiene 2026/2027 ]
Abb. 1: Zeitschiene für einen im Juli oder August 2026 erfassten Bestand. Höchste Gnitzenaktivität üblicherweise Juli bis Oktober; das für das Rind angenommene vulnerable Fenster liegt zwischen dem 75. und 175. Trächtigkeitstag. Betroffen sind damit vor allem Besamungen aus Frühjahr und Frühsommer 2026 — mit Abkalbung im Frühjahr 2027. Angenommenes Fenster in Analogie zum Schmallenberg-Virus, für das Shamonda-Virus nicht experimentell bestimmt.
Rechnet man das auf einen Bestand herunter, der im Juli oder August 2026 erfasst wurde, dann standen dort Kühe im angenommenen vulnerablen Fenster, die im Frühjahr und Frühsommer 2026 besamt worden sind. Deren Abkalbungen fallen in das Frühjahr 2027. Die Sorge vor diesen Geburten, die in betroffenen Beständen derzeit geäußert wird, ist damit fachlich begründet und nicht wegzureden. Sie lässt sich mit den vorliegenden Daten aber auch nicht beziffern.
Was das Schmallenberg-Geschehen hergibt — und was nicht
Das Schmallenberg-Geschehen von 2011 und 2012 ist der einzige mitteleuropäische Präzedenzfall mit belastbarer Nachverfolgung. Es ist ein anderes Virus und darf nicht als Prognose gelesen werden; es liefert aber Größenordnungen, an denen sich die Erwartung ausrichten lässt. Zur Ausbreitungsgeschwindigkeit: In einem eng beprobten Rinderbestand in der Kernregion erreichte die herdeninterne Prävalenz während der Vektorsaison 2011 innerhalb von knapp einem Monat 100 Prozent.24 Das entspricht dem, was Betriebe 2026 zum Shamonda-Virus beschreiben.
Zu den Folgen für die Nachkommen: In einer Nachverfolgung auf zwei Milchviehbetrieben in Nordrhein-Westfalen wurden 71 Kälber untersucht, deren Mütter in den ersten fünf Trächtigkeitsmonaten natürlich mit dem Schmallenberg-Virus infiziert worden waren, rechnerisch zwischen dem 13. und dem 162. Trächtigkeitstag. Ein Kalb zeigte typische Missbildungen und wurde tot geboren, ein weiteres kam ohne sichtbare Veränderungen tot zur Welt. Zwei Kühe abortierten, ohne dass in den Feten Virusgenom oder Antikörper nachweisbar waren. Neun der 71 Kälber trugen bereits vor der Kolostrumaufnahme hohe spezifische Antikörpertiter, waren also im Mutterleib infiziert worden, und alle neun wurden lebend und klinisch unauffällig geboren. Im Dezember 2011 waren auf denselben Betrieben 80,1 Prozent der untersuchten Rinderseren positiv; für das Frühjahr 2012 wird für die Kernregion an der deutsch-niederländisch-belgischen Grenze eine Seroprävalenz beim Rind von rund 70 bis nahezu 100 Prozent berichtet.25
Auf Populationsebene fiel die Schadensrate niedrig aus. Für niederländische Milchviehherden werden rund 0,5 Prozent Totgeburten oder Missbildungen durch fetale Schmallenberg-Infektion angegeben.26 Auch die Leistungsseite blieb anders als 2026 unauffällig: Zwischen dem 15. August und dem 19. September 2011 lag der Milchverlust in niederländischen Milchviehbetrieben bei 0,26 Kilogramm je Kuh und Tag gegenüber der Referenzperiode 2009 bis 2010; in der Teilgruppe der Betriebe, die während der damaligen Meldepflicht Missbildungen bei Neugeborenen angezeigt hatten, waren es 0,43 Kilogramm.27
Hier ist Vorsicht geboten: Das akute Bild beim Shamonda-Virus ist ungleich schwerer als das, was 2011 und 2012 beim Schmallenberg-Virus dokumentiert wurde — gut fünf Kilogramm Milchrückgang je Tier gegenüber gut einem Viertelkilogramm im Herdendurchschnitt. Daraus folgt für die fetale Schadensrate jedoch nichts, weder in die eine noch in die andere Richtung. Wie stark ein Virus das adulte Tier klinisch trifft und wie teratogen es wirkt, sind zwei verschiedene Eigenschaften. Die 0,5 Prozent stammen zudem aus einer anderen Population, einer anderen Bezugsperiode und von einem anderen Erreger. Sie taugen als Anhaltspunkt für die erwartbare Größenordnung. Sie taugen nicht als Zahl für den eigenen Bestand im Frühjahr 2027.
Das Schmallenberg-Geschehen liefert eine Größenordnung. Es liefert keine Prognose für den Frühling 2027.
Besamungspause — was sie kann und was nicht
Die derzeit am häufigsten genannte Maßnahme ist die Verlegung des Besamungszeitpunkts. Das Friedrich-Loeffler-Institut formuliert sie zurückhaltend: Grundsätzlich könne versucht werden, besonders empfindliche Phasen der Trächtigkeit außerhalb der vektoraktiven Jahreszeit zu legen. Die höchste Gnitzenaktivität wird üblicherweise zwischen Juli und Oktober beobachtet; je nach Witterung kann die Saison bis in den späten November reichen. Vollständig unterbinden lässt sich die Übertragung durch klassische Vektorbekämpfung nach derselben Einschätzung kaum.28
Der Einwand aus der Praxis gegen diese Maßnahme ist berechtigt und sollte nicht weggewischt werden. Eine Besamungspause wirkt prospektiv. Sie setzt voraus, dass ein Betrieb Monate vor dem Geschehen weiß, dass es kommt. Im Sommer 2026 war das nicht gegeben: Zu dem Zeitpunkt, an dem die Empfehlung im Umlauf war, hatte das Geschehen die betroffenen Regionen bereits erfasst. Für 2026 war die Maßnahme in weiten Teilen Süddeutschlands gegenstandslos.
Für 2027 stellt sich die Frage anders. Wer die Besamungs- und Abkalbeplanung jetzt legt, plant mit Vorlauf und nicht im Nachhinein. Und wer in einer noch nicht erfassten Region wirtschaftet, hat die Option tatsächlich. Die zweite verbreitete Überlegung — eine durchgemachte Infektion schütze die Herde, eine Pause sei damit ohnehin überflüssig — ist allerdings genau das: eine Annahme. Für das Shamonda-Virus sind Dauer und Belastbarkeit der Immunität nach natürlicher Infektion nicht beschrieben. Ob eine Infektion mit einer der beiden europäischen Varianten vor der jeweils anderen schützt, war nach Stand vom 9. September 2026 nicht geklärt.29 Da beide Varianten in Deutschland zirkulieren und sich in allen drei Genomsegmenten unterscheiden, ist die Frage nicht akademisch.30 Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung; Impfstoffe gegen Orthobunyaviren lassen sich grundsätzlich entwickeln, brauchen dafür aber ausreichenden Vorlauf.31
– Ist mein Bestand nachweislich erfasst worden — mit PCR-Befund aus der akuten Phase, oder nur nach klinischem Eindruck?
– Welche Variante wurde nachgewiesen, und liegt meine Region im Überschneidungsbereich beider Varianten?
– Welche Kühe standen zwischen Juli und Oktober 2026 zwischen dem 75. und 175. Trächtigkeitstag, und wann kalben sie?
– Sind für diese Tiergruppe die Besamungsdaten so dokumentiert, dass sich die Abkalbungen im Frühjahr 2027 gezielt begleiten lassen?
– Wäre eine Verschiebung der Besamungen für die Saison 2027 betriebswirtschaftlich darstellbar — und was kostet sie in Zwischenkalbezeit und Remontierung?
Was jetzt im Betrieb zu tun ist
Der Handlungsspielraum ist begrenzt, aber er ist nicht null. Er liegt weniger in der Abwehr als in Diagnostik und Dokumentation. Wer jetzt sauber erfasst, was im Bestand passiert ist, kann im Frühjahr 2027 unterscheiden, ob ein missgebildetes Kalb zum Geschehen gehört oder nicht, und muss nicht raten.
1. Die Akutphase nutzen. Der Erregernachweis gelingt nur während der kurzen Virämie. Sobald Tiere Fieber, Durchfall und Milchrückgang zeigen, den Tierarzt hinzuziehen und Serum- sowie EDTA-Blutproben akut kranker Tiere an das zuständige Untersuchungsamt einsenden, nicht von Tieren, die sich bereits erholen.32
2. Aborte und Missbildungen konsequent abklären. Bei Aborten nach vorangegangener Symptomatik des Muttertiers und bei Missbildungen des muskuloskelettalen Systems des Fetus gehört der ganze Tierkörper in die Untersuchung. Der Erregernachweis erfolgt nach derzeitigem Stand analog zum Schmallenberg-Virus aus Organmaterial, insbesondere aus Gehirn und Milz.33
3. Gnitzenexposition senken, ohne sich etwas vorzumachen. Repellentien, Netze an den Öffnungen und erhöhte Luftbewegung im Stall senken die Exposition. Eine vollständige Unterbrechung der Übertragung ist damit nicht zu erreichen.34 Die Maßnahme ist Risikominderung, keine Barriere.
4. Zukauf und Verbringung prüfen. Klinisch auffällige Tiere dürfen nicht verbracht werden; unabhängig davon ist Zukauf aus akut betroffenen Beständen während der Vektorsaison eine vermeidbare Exposition.35
5. Die Tiergruppe für das Frühjahr 2027 jetzt bilden. Alle Kühe und Rinder, die während der Vektorsaison 2026 zwischen dem 75. und dem 175. Trächtigkeitstag standen, in einer Liste zusammenführen und deren Abkalbungen gezielt begleiten. Diese Liste ist die Grundlage für alles Weitere, und sie lässt sich nur aus den Besamungsdaten bilden, nicht aus der Erinnerung.
DOKUMENTATIONSSTRECKE SHAMONDA — WAS BIS ZUR ABKALBESAISON 2027 FESTGEHALTEN GEHÖRT Zum akuten Geschehen im Bestand • Datum des ersten auffälligen Tiers und Datum, an dem das Geschehen als beendet gilt • Anzahl klinisch erkrankter Tiere im Verhältnis zur Herdengröße • Tagesmilchmenge der Herde über den gesamten Zeitraum, mit Referenzwoche davor • Befunde: Datum der Probennahme, Probenmaterial, Ergebnis, nachgewiesene Variante Zur Tiergruppe im angenommenen vulnerablen Fenster • Besamungsdatum und Trächtigkeitstag zum Zeitpunkt des Bestandsgeschehens je Tier • Bulle und Anpaarung, um eine genetische Fehldeutung späterer Missbildungen auszuschließen • voraussichtlicher Abkalbetermin Zur Abkalbesaison 2027 • jede Fehl- und Totgeburt mit Trächtigkeitsdauer und Befund • jede Missbildung mit Beschreibung und Untersuchungsergebnis • Schwergeburtenrate und Kälberverluste im Vergleich zu den drei Vorjahren Der Vergleich mit den Vorjahren ist der eigentliche Punkt: Ohne Basislinie lässt sich im Frühjahr 2027 weder eine Häufung belegen noch eine Entwarnung begründen. Die Liste ersetzt keine Diagnostik. Sie stellt sicher, dass die Diagnostik im Frühjahr 2027 auf die richtigen Tiere trifft. |
Fazit: Einordnen, dokumentieren, nicht hochrechnen
Das Shamonda-Virus hat im Sommer 2026 in Mitteleuropa ein akutes Bestandsgeschehen ausgelöst, das in Geschwindigkeit und Leistungseinbruch deutlich über dem liegt, was 2011 und 2012 beim Schmallenberg-Virus dokumentiert wurde. Tiere sterben daran nach bisherigem Stand nicht; die Bestände erholen sich. Belegt sind das klinische Bild, die Übertragung über Gnitzen, das Vorliegen zweier unabhängig eingeschleppter Varianten und die genetische Nähe zum seit den 1960er Jahren bekannten Shamonda-Virus. Nicht belegt ist, was mit den Trächtigkeiten passiert. Das angenommene vulnerable Fenster ist vom Schmallenberg-Virus übertragen, nicht für das Shamonda-Virus gemessen. Ob und wie häufig Feten geschädigt werden, wird sich in der Abkalbesaison 2027 zeigen und nicht vorher.
Für den Betrieb heißt das dreierlei. Erstens: In der akuten Phase ist Diagnostik möglich, danach nicht mehr — das Zeitfenster ist kurz und es kommt nicht wieder. Zweitens: Die Besamungsverlegung war für 2026 in den betroffenen Regionen gegenstandslos, für 2027 ist sie eine echte Entscheidung, die man mit Zahlen unterlegen sollte statt mit Gefühl. Drittens: Was jetzt zählt, ist die Dokumentation. Wer im Frühjahr 2027 eine Häufung belegen oder ausschließen will, braucht die Basislinie aus den Vorjahren und die Zuordnung jeder betroffenen Trächtigkeit. Beides entsteht heute oder gar nicht.
Und ein struktureller Punkt bleibt: Dass die Information dem Geschehen hinterherlief, ist kein Kommunikationsfehler einzelner Stellen, sondern die Folge davon, dass für einen nicht gelisteten Erreger kein Pflichtdatenstrom existiert. Solange ausschließlich passiv überwacht wird, wird die nächste Einschleppung eines vektorübertragenen Erregers denselben Verlauf nehmen. Mit drei zirkulierenden Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe und der Möglichkeit, dass diese untereinander Genomsegmente austauschen, ist das keine theoretische Sorge.36
Was sich im Frühjahr 2027 belegen lässt, entscheidet sich an den Aufzeichnungen des Herbstes 2026.
FUSSNOTEN UND QUELLEN
1 Friedrich-Loeffler-Institut (2026): Shamonda-Virus (SHAV). Tierseuchengeschehen, Greifswald-Insel Riems. https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/shamonda-virus/ (abgerufen am 14.09.2026). Dort: Einordnung als Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe, Übertragung durch Gnitzen, Einschätzung zum Infektionsrisiko für den Menschen.
2 Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (2026): Shamonda-Virus (SHAV). Tiergesundheit, Dokument aktualisiert am 02.09.2026. Dort Abschnitt „Vorkommen und Übertragung": Erstnachweis Mitte der 1960er Jahre in Nigeria, danach bis 2026 vereinzelt im westlichen, östlichen und südlichen Afrika und in Asien.
3 Yanase, T., Maeda, K., Kato, T. et al. (2005): The resurgence of Shamonda virus, an African Simbu group virus of the genus Orthobunyavirus, in Japan. Archives of Virology 150(2), 361–369. DOI 10.1007/s00705-004-0419-3. Bezugspopulation und -periode: sechs Isolate aus Culicoides-Gnitzen und Blutproben von Sentinelrindern, Präfekturen Kagoshima und Miyazaki, Japan, 2002.
4 Kelleci, M., Fusade-Boyer, M., Chrétien, D. et al. (2026): Detection of a novel Shamonda Orthobunyavirus in dairy cattle, France, June 2026. Eurosurveillance 31(33), 2600689. DOI 10.2807/1560-7917.ES.2026.31.33.2600689. Dort Abstract: Klinik, Nanopore-Metagenomik aus gepooltem Plasma, Clusterung der Segmente L und M mit dem nigerianischen Shamonda-Virus, abweichendes Muster im S-Segment.
5 Friedrich-Loeffler-Institut (2026): FLI weist neues Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe („Shamonda-like") bei Rindern in Deutschland nach. Pressemitteilung vom 03.08.2026. Dort: Probenweg über das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg, Pan-Simbu-PCR mit Ct-Werten um 20.
6 Wie Fußnote 1: Isolatbezeichnung Shamonda-Virus/DE/2026 für das süddeutsche Isolat.
7 Friedrich-Loeffler-Institut (2026): FLI bestätigt weiteres Shamonda-Virus-verwandtes Orthobunyavirus in Deutschland. Pressemitteilung vom 01.09.2026. Dort: Bezeichnungen SHAV-EU1 und SHAV-EU2, Herkunft der positiven Rinderproben aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Thüringen, Unterschiede in allen drei Genomsegmenten, ungeklärter Kreuzschutz, drei zirkulierende Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe und Möglichkeit der Reassortierung.
8 Wernike, K., Hoffmann, B., Link, E.K., Rotheneder, S., Eshak, M., Pfaff, F., Höper, D., Beer, M. (2026): It happened again — emergence of a Shamonda-like orthobunyavirus in Central Europe, 2026. bioRxiv-Preprint, DOI 10.64898/2026.08.06.743243. Nicht begutachtet. Dort: Nukleotididentität zum Referenzisolat des Shamonda-Virus von 93 Prozent in den Segmenten L und M sowie 97 Prozent im S-Segment; bis Ende Juli 2026 weit über 100 betroffene Betriebe in Baden-Württemberg, gemeldet an den Rindergesundheitsdienst.
9 Institut für Virologie und Immunologie (2026): Neues Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe bei Rindern entdeckt. Mittelhäusern und Bern, Stand 09.09.2026. Dort: Erstnachweis in der Schweiz am 31.07.2026; bis zum 20.08.2026 22 betroffene Kantone sowie Liechtenstein.
10 Wie Fußnote 2, Abschnitt „Bekämpfung und Monitoring": Nachweise aus allen bayerischen Regierungsbezirken.
11 Landkreis Aschaffenburg (2026): Information über das neuartige Shamonda-Virus (SHAV). Stand 02.09.2026. Dort: Symptomkatalog beim Rind und Hinweis auf die deutliche Erholung nach wenigen Tagen.
12 Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. (2026): Neues zum Shamonda-Virus. Stand 02.09.2026. Dort: Milchrückgang von mehr als fünf Kilogramm je Tier; betroffene Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen; Diagnostikkaskade Simbu-PCR mit anschließender Schmallenberg-spezifischer PCR.
13 Wie Fußnote 9: Fieber über 40 Grad Celsius über ein bis zwei Tage, Krankheitsverlauf von 14 bis 21 Tagen. Bezugspopulation: betroffene Rinderbestände in der Schweiz, Sommer 2026.
14 Wie Fußnote 8: Morbidität auf Herdenebene bis zu 100 Prozent bei keinen Todesfällen. Bezugspopulation: betroffene Bestände in Baden-Württemberg, Schweiz und Frankreich, Sommer 2026.
15 Friedrich-Loeffler-Institut (2026): Steckbrief Shamonda-Virus (SHAV). Stand 03.09.2026. Dort: empfängliche Arten Rind, Schaf, Ziege, Alpaka und Pferd; zentralnervöse Störungen bei mit SHAV-EU1 infizierten Pferden in Europa.
16 Wie Fußnote 7: alle bislang für SHAV-EU2 positiven Proben stammen von Rindern, das Wirtsspektrum dieser Variante ist noch nicht bestimmt.
17 Wie Fußnote 2, Abschnitt „Diagnostik": kurze Virämiephase, Serum- und EDTA-Blutproben, Beprobung akut klinisch kranker Tiere als Voraussetzung für den Erregernachweis.
18 Wie Fußnote 11: SHAV als nicht gelistete, weder melde- noch bekämpfungspflichtige Tierseuche; daraus folgend keine Möglichkeit einer Leistungsgewährung durch die Bayerische Tierseuchenkasse.
19 Wie Fußnote 2, Abschnitt „Bekämpfung und Monitoring": passives Monitoring am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
20 Wie Fußnote 11: allgemeine Pflichten der Tierhalter aus dem europäischen Tiergesundheitsrecht, darunter risikoangemessene Biosicherheitsmaßnahmen, Isolation erkrankter Tiere und Verbringungsverbot für Tiere mit entsprechender klinischer Symptomatik.
21 Wie Fußnote 1: Einschätzung, dass sich für das neu eingeschleppte Virus derzeit noch nicht abschätzen lässt, ob und in welchem Umfang Infektionen tragender Tiere zu Schädigungen der Feten führen können, verbunden mit der Aufforderung zur besonders aufmerksamen Untersuchung von Aborten, Totgeburten und missgebildeten Kälbern oder Lämmern.
22 Wie Fußnote 2, Abschnitt „Krankheitsbild": Unklarheit, ob Infektionen während der Trächtigkeit zum Arthrogrypose-Hydranencephalie-Syndrom führen, bei gleichzeitiger Einschätzung, dies sei aufgrund der engen Verwandtschaft zum Schmallenberg-Virus sehr wahrscheinlich.
23 Friedrich-Loeffler-Institut (2026): Fragen und Antworten zum Shamonda-Virus (FAQ). Stand 09.09.2026. Dort: vulnerable Trächtigkeitsphase beim Schaf ungefähr vierte bis achte Trächtigkeitswoche, beim Rind ungefähr 75. bis 175. Trächtigkeitstag, jeweils in Analogie zum Schmallenberg-Virus und für das Shamonda-Virus noch nicht abschließend experimentell bestimmt.
24 Wernike, K., Silaghi, C., Nieder, M., Pfeffer, M., Beer, M. (2014): Dynamics of Schmallenberg virus infection within a cattle herd in Germany, 2011. Epidemiology and Infection 142(7), 1501–1504. DOI 10.1017/S0950268813002525. Bezugspopulation und -periode: ein Rinderbestand in der Kernregion des Schmallenberg-Geschehens, Beobachtungszeitraum Mai 2011 bis Januar 2012; herdeninterne Prävalenz von 100 Prozent innerhalb von knapp einem Monat. Anderer Erreger als der hier behandelte, nur als Größenordnung angeführt.
25 Wernike, K., Holsteg, M., Schirrmeier, H., Hoffmann, B., Beer, M. (2014): Natural Infection of Pregnant Cows with Schmallenberg Virus — A Follow-Up Study. PLoS ONE 9(5), e98223. DOI 10.1371/journal.pone.0098223. Bezugspopulation und -periode: zwei Milchviehbetriebe in Nordrhein-Westfalen, Geburten zwischen Januar und Juni 2012; 71 ausgewertete Kälber; rechnerischer Infektionszeitpunkt der Mütter zwischen Trächtigkeitstag 13 und 162; ein missgebildetes totgeborenes Kalb, ein totgeborenes ohne sichtbare Veränderungen, zwei Aborte ohne Erregernachweis im Fetus; neun von 71 Kälbern präkolostral seropositiv, alle lebend und ohne klinische Auffälligkeiten geboren; 80,1 Prozent positive Rinderseren im Dezember 2011; dort referierte Seroprävalenz beim Rind von rund 70 bis nahezu 100 Prozent im Frühjahr 2012 in der Kernregion an der deutsch-niederländisch-belgischen Grenze. Anderer Erreger als der hier behandelte.
26 Veldhuis, A.M., van Dijken, S.C., van Wuijckhuise, L., Witteveen, G., van Schaik, G. (2013): Schmallenberg virus in Dutch dairy herds: Potential risk factors for high within-herd seroprevalence and malformations in calves, and its impact on productivity. Veterinary Microbiology. Angabe von rund 0,5 Prozent Totgeburten oder Missbildungen durch fetale Schmallenberg-Infektion auf Populationsebene; Bezugspopulation niederländische Milchviehherden, Bezugsperiode 2011/2012. Zitiert nach Fußnote 25, da Band- und Seitenangabe nicht gegen das Original verifiziert werden konnten.
27 Veldhuis, A.M.B., Santman-Berends, I.M.G.A., Gethmann, J.M., Mars, M.H., van Wuyckhuise, L., Vellema, P., Holsteg, M., Höreth-Böntgen, D., Conraths, F.J., van Schaik, G. (2014): Schmallenberg virus epidemic: impact on milk production, reproductive performance and mortality in dairy cattle in the Netherlands and Kleve district, Germany. Preventive Veterinary Medicine 116(4), 412–422. DOI 10.1016/j.prevetmed.2014.04.015. Milchverlust von 0,26 Kilogramm je Kuh und Tag zwischen dem 15.08. und 19.09.2011 gegenüber der Referenzperiode 2009 bis 2010; 0,43 Kilogramm in der Teilgruppe der Betriebe, die während der damaligen Meldepflicht Missbildungen bei Neugeborenen angezeigt hatten. Bezugspopulation: niederländische Milchviehbetriebe. Anderer Erreger als der hier behandelte.
28 Wie Fußnote 23: Hinweis, dass grundsätzlich versucht werden kann, besonders empfindliche Phasen der Trächtigkeit außerhalb der vektoraktiven Jahreszeit zu legen; höchste Gnitzenaktivität üblicherweise zwischen Juli und Oktober, Saison je nach Witterung bis in den späten November; vollständige Unterbindung der Übertragung durch klassische Vektorbekämpfung kaum zu erreichen.
29 Wie Fußnote 23: Aussage, dass derzeit nicht geklärt ist, ob eine Infektion mit einer Variante ausreichenden Schutz vor der jeweils anderen vermittelt. Stand 09.09.2026.
30 Wie Fußnote 7: Unterschiede der beiden Varianten in allen drei Genomsegmenten und Überschneidung der Verbreitungsgebiete in einzelnen Bundesländern.
31 Wie Fußnote 5: Aussage, dass sich Impfstoffe gegen Orthobunyaviren grundsätzlich entwickeln lassen, dies aber ausreichenden Vorlauf erfordert.
32 Wie Fußnote 2, Abschnitt „Bekämpfung und Monitoring": Einsendung von Serum- und EDTA-Blutproben während der akuten Krankheitsphase an das zuständige Untersuchungsamt.
33 Wie Fußnote 2, Abschnitte „Diagnostik" und „Bekämpfung und Monitoring": Untersuchung des ganzen Tierkörpers bei Aborten nach vorangegangener Symptomatik des Muttertiers und bei Missbildungen des muskuloskelettalen Systems; Erregernachweis analog zum Schmallenberg-Virus aus Organmaterial, insbesondere Gehirn und Milz.
34 Wie Fußnote 23: Einschätzung, dass eine vollständige Unterbindung der Übertragung durch klassische Vektorbekämpfung kaum zu erreichen ist und die Verringerung des Kontakts zu blutsaugenden Insekten das Risiko in der vektoraktiven Zeit lediglich senken kann.
35 Wie Fußnote 11: Verbringungsverbot für Tiere mit entsprechender klinischer Symptomatik.
36 Wie Fußnote 7: drei gegenwärtig in Deutschland zirkulierende Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe und Einschätzung, dass ein Austausch von Genomsegmenten zwischen ihnen nicht unwahrscheinlich ist.
ZUM AUTOR Helmut Demmelhuber ist Unternehmensberater und Holsteinzüchter. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-gestützter Herdenanalyse und Zuchtplanung. Er entwickelt die Werkzeuge Herdenanalyse 360°, Flexi-Herdenindex° und Flexi-Mating°. Alle Betriebs-, Personen- und Tiernamen in diesem Beitrag sind anonymisiert. Dieser Beitrag argumentiert methodisch und aus veröffentlichten Befunden. Der wiedergegebene Betriebsbericht ist die anonymisierte Schilderung einer Betriebsleiterin und keine erhobene Fallzahl aus der Beratungspraxis des Autors. Stand der ausgewerteten Quellen: 14. September 2026. Das Geschehen entwickelt sich weiter; Angaben zu Verbreitung und Wirtsspektrum sind vor einer Weiterverwendung gegen die aktuellen Veröffentlichungen des Friedrich-Loeffler-Instituts zu prüfen. |




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